Kreuzbandriss

Vorderer Kreuzbandriss

Das vordere Kreuzband ist maßgeblich für die Stabilität des Kniegelenkes mitverantwortlich. Es verhindert eine übermäßige Beweglichkeit des Unterschenkels nach vorne und begrenzt darüber hinaus Drehbewegungen zwischen Ober- und Unterschenkel. 

Im Rahmen kraftvoller Kniegelenksverdrehtraumen, wie sie häufig bei Ballsportarten und im Skisport auftreten, kann das vordere Kreuzband Schaden nehmen. Liegt eine Zerrung oder ein kleinerer Teilriss vor, kann eine konservative Behandlung in Form von krankengymnastischer Übungsbehandlung erfolgsversprechend sein. 

Im Falle eines kompletten Risses liegt in der Regel eine begleitende Kniegelenksinstabilität vor, welche sich im Extremfall bereits im Alltag durch ein Unsicherheitsgefühl und wiederkehrende Wegknickereignisse (giving away) bemerkbar macht. 

Ob eine Operation empfehlenswert ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und muss individuell entschieden werden. 

 

Einflussfaktoren sind:

  • die ärztlichen Stabilitätsprüfung (objektive Instabilität)
  • das Ausmaß der Beeinträchtigung des Patienten (subjektive Instabilität).
  • das Anforderungsprofil des Patienten (körperliches und sportliches Aktivitätsniveau)

Eine Empfehlung zur Operation besteht bei Patienten mit einem hohen Aktivitätsniveau und Ausübung von Sportarten, die schnelle Richtungswechsel erfordern (high risk pivoting sports), wie Fußball, Handball, Basketball, Volleyball und Tennis. Auch eine Alltagsunsicherheit oder berufliche Anforderungen stellen eine Indikation zur operativen Versorgung dar. Eine vordere Kreuzbandersatzplastik kann die Rückkehr in den Alltag und den Sport ermöglichen. 

Bei der Operation wird das gerissene Band durch eine körpereigene Sehne ersetzt. Hierfür eignen sich die sogenannten Hamstrings Sehnen (Semitendinosus- und Gracilissehne), die Patellarsehne oder die Quadrizepssehne. Welche Sehne verwendet wird, entscheiden wir im Rahmen der Voruntersuchung. 

Die Sehne wird durch Bohrkanäle im Ober- und Unterschenkel in das Kniegelenk eingezogen und mit Schrauben oder kippdübel-ähnlichen Metallplättchen („Endobutton“) befestigt.

An die Operation schließt sich eine umfassende krankengymnastische Behandlung an. Eine Wiederaufnahme der Sportfähigkeit ist in der Regel frühestens nach 6 Monaten zu erwarten. 

Erneuter vorderer Kreuzbandriss

Trotz stattgehabter Kreuzbandersatzplastik gibt es Fälle, in denen eine erneute Knieinstabilität auftritt. Ursachen hierfür können zum Beispiel ein weiterer Unfall aber auch ein anderweitiges Transplantatversagen ohne erneuten Unfall sein.

Sollte eine erneute Kreuzbandersatzplastik (sogenannter Re-Ersatz) in Frage kommen, ist vor der Operation die Durchführung einer CT Untersuchung vonnöten, um die Lage und Weite der vorhandenen Bohrkanäle zu analysieren. Davon abhängig wird entschieden, ob die Bohrkanäle zunächst mit Knochen aufgefüllt werden sollten. In diesem Fall würde die Kreuzband-Re-Ersatz Operation erst nach Einheilung des Knochens (weitere 12 Wochen später) durchgeführt werden. Unter Umständen ist allerdings auch eine direkte Re-Ersatzoperation möglich. 

Hinterer Kreuzbandriss

Hintere Kreuzbandrisse treten im Vergleich zu vorderen Kreuzbandrissen deutlich seltener auf. 

Liegt ein hinterer Kreuzbandriss vor, sind das Ausmaß der resultierenden Instabilität sowie das Vorliegen von Begleitverletzungen (z. B. Riss der posterolateralen (hinteren und seitlichen) Gelenkecke) entscheidend für das weitere Vorgehen. Häufig kann ein konservativer Therapiebeginn mit speziellen, das hintere Kreuzband entlastenenden Knieorthesen erfolgen.

 

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Dr. med. Ted Böhmer

› Oberarzt

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
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Dr. med. Ted Böhmer hat die AGA-zertifizierte Ausbildung erfolgreich absolviert und wurde als Arthroskopeur (AGA) anerkannt. 

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